Die besten Siebträgermaschinen ermöglichen sehr guten Espresso. Aber wo liegen die Unterschiede? Unser Vergleich zeigt beliebte Espressomaschinen inklusiver aktueller Testsieger im Überblick.
Inhaltsübersicht
Espressomaschinen im Vergleich
| Krups Precision XP801T10 | Smeg ECF01RDEU | De'Longhi EC9555.M | Sage Appliances Barista Pro | Philips Baristina BAR303/60 | Krups Authentic+ XP384G | Russell Hobbs Distinction 26450-56 | |||||
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| Brühfunktionen | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3x Pre-Infusion, 3x Temperatur | 3x Temperatur, ESE-Padeinsatz | 3x Temperatur, Cold Brew | Pre-Infusion | ||||||||
| Mahlwerk-Einstellungen | |||||||||||
| 30 | 15 | 30 | |||||||||
| Milchaufschäumer | |||||||||||
| Dampfdüse | Dampfdüse | Dampfdüse | Dampfdüse | ||||||||
| Wassertank | |||||||||||
| 3,5 l | 1,0 l | 2,0 l | 2,0 l | 1,2 l | |||||||
| Abmessungen (BxHxT) | |||||||||||
| 33,4 x 41,3 x 31,2 cm | 19,0 x 25,0 x 34,0 cm | 38,0 x 44,5 x 37,0 cm | 41,0 x 45,0 x 41,0 cm | ||||||||
| Gewicht | |||||||||||
| 10,5 1 | 4,7 1 | 13,2 1 | 12,0 1 | ||||||||
| Angebote* | |||||||||||
Siebträgermaschinen Test
Für neutrale und möglichst objektive Siebträgermaschinen Tests ist Stiftung Warentest allgemein anerkannt. Allerdings prüft das Institut diesen Maschinentyp relativ selten. Der aktuellste Testbericht stammt von Dezember 2021. Neuer ist der Test des ETM Testmagazins. Dort haben die Prüfer in Ausgabe 12/2024 insgesamt 17 Siebträgermaschinen untersucht.
Bei Stiftung Warentest wurden die Krups Virtuoso XP442C sowie die Smeg ECF01BLEU mit der jeweiligen Gesamtnote „gut (2,2)“ gemeinsame Testsieger.
Trotz der insgesamt gleichen Wertung lagen beide Geräte dabei je nach Testdisziplin recht weit auseinander. So punktete die Smeg z.B. in den Bereichen Aufheizdauer und Entkalken, während die inzwischen kaum noch erhältliche Krups beim Milchschaum vorne lag.
Insgesamt hatte das Magazin sieben Espressomaschinen unter die Lupe genommen. Davon erhielten vier das Testurteil „gut“, eine ein „befriedigend“ und zwei ein „mangelhaft“. Grund für die beiden schlechtesten Noten waren jeweils zu hohe Schadstoffe. Der entsprechende Bericht kann bei Stiftung Warentest hier abgerufen werden, zuletzt war der Download allerdings kostenpflichtig.
ETM hat 17 Geräte getestet, aber in drei Bereiche unterteilt: Espressomaschinen mit Mahlwerk sowie Geräte ohne Mahlwerk über bzw. unter 1000 €.
Bei den vier Maschinen mit Mahlwerk erhielten alle ein „sehr gut“, mit Bewertungen zwischen 95,8 und 92,1 Prozent. Der Testsieger DeLonghi EC9555.M landete dabei vor allem durch seinen niedrigen Stromverbrauch und die Möglichkeit für Cold Brew Kaffee auf dem ersten Platz.
Die 13 Siebträgermaschinen ohne Mahlwerk hat ETM in zwei Preiskategorien bewertet. Mehr als 1000 € kosteten aber nur zwei Geräte und diese erhielten auch jeweils ein „sehr gut“. Zum Testsieger kürten die Prüfer hier die Graef Estessa mit 94,5%. Für die 11 Maschinen der unteren Preisgruppe fielen die Noten ebenfalls ungewöhnlich hoch aus: 6x „sehr gut“ und 7x „gut“. Top war hier die Krups Authentic+ XP384G mit 93,4%.
Wie finde ich die richtige Siebträgermaschine?
Zwar haben alle Siebträgermaschinen einige prinzipielle Gemeinsamkeiten, die sie von anderen Kaffeemaschinen abheben. Aber die Unterschiede zwischen den verschiedenen Espressomaschinen sind erheblich. Anhand der folgenden Punkte kann man die große Auswahl gut auf die passendste Maschine eingrenzen:
Technik
- Heizsystem und Temperaturkontrolle
- Pumpentyp und Druck
- Brühgruppe und Brühkopf
- Brühfunktionen wie Preinfusion oder Cold Brew
- Ventile und Rückspülfähigkeit
Handhabung
- Bedienelemente und Anzeigen
- Tank und Wasserführung
- Siebträger und Sieb
- Milchaufschäumen
- Mühle
- Abmessungen und Gewicht
Siebträger und Einsatz
Übrigens: Einige Siebträgermaschinen können neben gemahlenem Kaffee auch E.S.E.-Pads nutzen, wenn man statt des normalen Siebs einen passenden E.S.E.-Siebeinsatz in den Siebträger einsetzt. Dann liegt das genormte 44-mm-Pad im Einsatz, und die Maschine arbeitet beim Bezug im Prinzip wie gewohnt mit Pumpe und Brühgruppe, nur dass Portion, Mahlgrad und Verdichtung bereits im Pad festgelegt sind. Dadurch lässt sich zwischen „klassischem“ Siebträgerbetrieb mit eigener Mühle und einer padbasierten Espressoportion wechseln, wobei sich die Handgriffe vereinfachen.
Unterschiede zu anderen Kaffeemaschinen
Wer Espresso nicht nur trinken, sondern den Weg dorthin bewusst steuern will, landet oft bei einer Siebträgermaschine. Im Unterschied zu vielen anderen Kaffeemaschinen liegen hier Mahlung, Brühvorgang und – bei Milchgetränken – das Aufschäumen deutlich stärker in der eigenen Hand. Wer sich mit den Abläufen und kleinen Nuancen vertraut macht, kann den Geschmack dadurch sehr gezielt anpassen, während Vollautomaten, Kapsel- oder Padmaschinen einen größeren Teil der Schritte automatisieren und stärker über Programme sowie vorgegebene Portionen arbeiten.
Der zentrale Unterschied steckt im „Puck“ aus Kaffeemehl im Sieb: Man dosiert und mahlt separat, verteilt das Mehl im Sieb und verdichtet es anschließend mit dem Tamper. Gerade dieses Tampern wirkt auf den Durchfluss: Je nachdem, wie gleichmäßig und wie fest das Kaffeebett angelegt ist, fließt das Wasser später schneller oder langsamer hindurch, und damit verändert sich, wie viele Aromastoffe in der kurzen Bezugszeit gelöst werden.
Gleichzeitig hängt das Ergebnis nicht nur am Tampern, sondern am Zusammenspiel mehrerer Parameter wie Mahlgrad, Kaffeemenge, Verteilung, Bezugsmenge und Bezugszeit – und genau dieser Spielraum macht den Reiz aus, verlangt aber auch mehr Aufmerksamkeit als bei Maschinen, die diese Entscheidungen weitgehend vorwegnehmen. Daher fühlt sich die Zubereitung mit einem Siebträger in der Praxis oft anspruchsvoller an als mit einem Vollautomaten oder erst recht bei Kapselmaschinen.
Neben dem Bedienkonzept unterscheidet sich auch die Ausrichtung: Siebträger sind in der Regel auf Espresso und darauf aufbauende Getränke ausgelegt, inklusive Dampf zum Aufschäumen.
Alternativen zu Espressomaschinen mit Siebträger
Espresso kann man natürlich auch mit anderen Kaffeemaschinen zubereiten. Die meisten erlauben einen eher bequemen Ablauf, lassen aber weniger Raum für feinere Eingriffe.
Weil viele Menschen vor allem ein möglichst bequemes, schnelles Bedienerlebnis möchten, greifen sie eher zu Vollautomaten oder Portionsmaschinen. Filterkaffeemaschinen und Handfilter zielen dagegen auf größere Tassen mit anderer Extraktion, während eine Mokkakanne zwar mit Druck arbeitet, aber in einem anderen Bereich und ohne das gleiche Prinzip des verdichteten Kaffeepucks im Siebträger.
Wer hingegen Freude daran hat, Mahlgrad, Tampern und Bezug aktiv zu beeinflussen und den Espresso Schritt für Schritt an den eigenen Geschmack heranzuführen, findet genau darin den typischen Unterschied einer Siebträgermaschine zu anderen Kaffeemaschinen.










