Kaffeepressen Vergleich & Test

Stempelkannen sind ein Klassiker der Kaffeezubereitung – aber welche der aktuellen Kaffeepressen ist die beste? Wir zeigen die wichtigsten Unterschiede im Vergleich?

5 French-Press-Kannen im Vergleich

90.34%89.40%72.55%70.49%58.91%
Poliviar JX2020-FPNOzavo OZ230Kichly EU0315Bodum KenyaZwilling Sorrento Plus
Volumen
1,00 l1,00 l1,00 l1,00 l0,75 l
Außenwand der Kanne
EdelstahlEdelstahlBorosilikatglas mit KunststoffrahmenBorosilikatglas mit KunststoffrahmenBorosilikatglas
Warmhalten
Doppelwandiger Edelstahl mit Vakuumschicht und DrehdeckelDoppelwandiger Edelstahl mit DrehdeckelEinwandiges Glas mit DrehdeckelEinwandiges Glas mit DrehdeckelDoppelwandiges Glas mit Drehdeckel
Griff
HolzgriffIsolierter EdelstahlgriffKunststoffgriffKunststoffgriffGlasgriff
Deckel
Drehdeckel zum Schließen der AusgussöffnungDrehdeckel zum Schließen der AusgussöffnungDrehdeckel zum Schließen der AusgussöffnungDrehdeckel zum Schließen der AusgussöffnungDrehdeckel zum Schließen der Ausgussöffnung
Filter
2 Edelstahl-Feinsiebe2 Edelstahl-FeinsiebeEdelstahl-FeinsiebEdelstahl-FeinsiebEdelstahl-Feinsieb
Reinigung
Filter zerlegbar, nicht spülmaschinenfestSpülmaschinenfest, Filter zerlegbarSpülmaschinenfest, Filter zerlegbarSpülmaschinenfest, Filter nicht zerlegbarSpülmaschinenfest, Filter nicht zerlegbar
Abmessungen
10,5 x 22,0 x 19,8 cm18,5 × 21,5 x 10,2 cm10,0 × 21,0 × 18,0 cm11,1 x 22,9 x 13,7 cm14,6 × 24,5 × 13,0 cm
Gewicht
0,640 kg0,962 kg0,502 kg0,530 kg0,680 kg
Angebote*
Hinweis zur Wertung*

Stempelkannen im Test

In den letzten Jahren gab es weder bei Stiftung Warentest noch bei vergleichbaren neutralen Testinstituten einen Kaffeepressen-Test. Sobald uns entsprechende Bewertungen von „test“ oder auch dem ETM-Testmagazin vorliegen, weisen wir hier gerne darauf hin.

Welche Unterschiede gibt es bei Kaffeepressen?

Auch wenn viele French-Press-Kannen ähnlich aussehen, machen ein paar Unterschiede im Alltag spürbar etwas aus. Besonders relevant sind:

  • Volumen
  • Außenhülle
  • Griff und Deckel
  • Filtersystem samt Zerlegbarkeit
  • Abmessungen und Gewicht.

Volumen: Wie viel Kaffee pro Kanne kann man zubereiten?

Die Nenngröße sagt zwar, wie viel Wasser in die Kaffeepresse passt. Aber damit man Kaffee problemlos zubereiten kann, sollte man folgendes bedenken:

  • Beim Umrühren braucht man Platz, damit Wasser und Kaffeemehl nicht über den Rand schwappen.
  • Der Flüssigkeitsspiegel steigt beim Pressen kurz an, weil der Filter nach unten wandert und Flüssigkeit verdrängt.
  • Auch das Ausgießen fällt leichter, wenn die Kanne nicht bis oben gefüllt ist. Sie ist dann weniger „kopflastig“ und lässt sich kontrollierter kippen.
Balkengrafik zu Kaffeepressen-Volumen
Fast alle Modell in unserem Vergleich haben einen Liter Volumen, nur die Zwilling liegt etwas darunter. © xlelektro.de

Als Faustregel sollte man ein zusätzliches Drittel als Reserve kalkulieren. Wer also etwa 750 Milliliter Kaffee zubereiten möchte, liegt mit einer 1.000-Milliliter-Kanne in der Regel im komfortablen Bereich. Wenn man sehr kräftig umrührt oder der Kaffee beim Aufgießen stark aufschäumt, kann auch etwas mehr Reserve sinnvoll sein. Wir haben in unserem Vergleich vor allem Stempelkannen mit einem oder knapp einem Liter Fassungsvermögen angesehen, da diese Größe aktuell besonders beliebt ist. Sie erlaubt 4 Kaffeetassen à 180 ml oder 3 Becher à 250 ml und lässt dann noch genügend Luft.

Mit den 1-Liter-Stempelkannen aus unserem Vergleich kann man problemlos bis zu 4 klassische Tassen Kaffee aufbrühen. Dann bleibt auch noch genug Platz zum Rühren sowie Pressen. © xlelektro.de

Außenhülle: Wandmaterial und Isolierung

Bei French-Press-Kannen meint die „Außenhülle“ je nach Modell Unterschiedliches. Manchmal ist die Kanne selbst die Außenwand, zum Beispiel aus Glas, Edelstahl oder Kunststoff. Bei anderen Modellen gibt es zusätzlich einen Rahmen oder eine zweite Wand. Diese Elemente können die Kanne schützen oder die Wärmeabgabe reduzieren. Entscheidend ist daher nicht nur das Material, sondern auch die Konstruktion.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Warmhalten
Bei fast allen verglichenen Stempelkannen waren Materialien und Wandaufbau unterschiedlich gestaltet. © xlelektro.de

Kaffeepressen mit Außenwand aus Glas sind der Klassiker

Am häufigsten ist einwandiges Borosilikatglas. Oft kommt dazu ein Rahmen aus Kunststoff oder Metall. Das ist praktisch, weil man den Brühvorgang sehen kann. Der Rahmen schützt die Kanne außerdem etwas und trägt den Griff. Gleichzeitig macht ein Rahmen eine Glaskanne nicht automatisch zu einer isolierenden Kanne. Einwandiges Glas kühlt relativ schnell aus. Vorwärmen hilft dann im Alltag deutlich, besonders wenn mehrere Tassen nacheinander getrunken werden.

Doppelwandiges Glas ist hingegen weniger verbreitet. Der Behälter besteht dabei aus zwei Glasschichten mit einem Luftzwischenraum. Dadurch hält die Kanne Wärme länger als einwandiges Glas. Oft bleibt auch die Außenwand angenehmer temperiert.

Pressstempelkannen mit doppelwandigem Edelstahl halten den Kaffee besonders lange heiß. © xlelektro.de

Die Alternative aus Edelstahl

Edelstahlkannen sind besonders verbreitet, wenn eine deutliche Wärmehaltung gewünscht ist. Einwandiger Edelstahl ist unempfindlich, isoliert aber nur begrenzt. Die Außenwand kann zudem schnell warm werden.

Häufiger sind doppelwandige Edelstahlkannen. Einige davon sind sogar vakuumisoliert, also wie eine Thermoskanne aufgebaut. Diese Bauart hält die Temperatur am längsten, auch im Vergleich zu doppelwandigem Glas. Vakuumisolierter Edelstahl passt vor allem dann sehr gut, wenn man für mehrere Personen brüht oder den Kaffee über längere Zeit trinken will. Bei allen Edelstahl-Varianten sieht man natürlich weder den Brühvorgang noch den Füllstand von außen.

Seltene Varianten mit Kunststoff oder Materialmix

Kunststoffkannen, etwa aus Tritan, kommen ebenfalls vor. Sie sind leicht und bruchsicher. Je nach Oberfläche können sie aber schneller verkratzen. Die Wärmehaltung hängt außerdem stark vom konkreten Aufbau ab und weniger vom Kunststoff allein.

Zwischenlösungen existieren auch. Manche Modelle kombinieren einen Glaseinsatz mit einer äußeren Hülle aus Edelstahl oder Kunststoff. Das schützt die Kanne und kann den Wärmeverlust etwas reduzieren. Eine echte Doppelwandkonstruktion oder Vakuumisolierung ersetzt das aber nicht.

Wie gut ist der Griff isoliert?

Auch wenn Wasser und Kaffee heiß sein sollen, beim Griff wünscht man sich das Gegenteil. Ob ein Griff wärmeisoliert ist, hängt meist davon ab, ob er aus Kunststoff oder Holz besteht. Doch auch eine thermisch getrennte Montage kann für einen „Cool-touch“ sorgen. Ein Blick auf die Isolierung ist vor allem bei Edelstahlkannen sinnvoll, weil ein Metallgriff ohne Trennung schneller aufheizt.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Griff
Auch bei den Griffe kamen die verschiedensten Varianten zum Einsatz, sodass die Isolierwirkung stets anders ausfällt. © xlelektro.de

Deckel: Material und Passform

Für den Deckel verwenden die meisten Hersteller Kunststoff oder Edelstahl verwendet, teilweise auch Silikone. Dabei fühlt sich Kunststoff beim Anfassen meist weniger heiß an und ist zudem oft leichter. Andererseits passt Edelstahl bei Thermokannen gut zum Gesamtaufbau. Das ist jedoch eher für den persönlichen Geschmack entscheidend, keines der Materialien ist aus unserer Sicht in der Praxis grundsätzlich „besser“.

Wichtiger ist jedoch, wie gut bzw. fest der Deckel sitzt. Denn falls er nur aufliegt, hält er Wärme und Dampf schlechter im System. Dagegen kann man Deckel mit Führung oder Drehmechanik besser fixieren. Vor allem ein verschließbarer Drehdeckel eignet sich sehr gut, um die Wärmeabgabe zu reduzieren. Zusätzlich kann eine fest definierte Ausgießöffnung das Einschenken vereinfachen.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Deckel
Mit allen Deckeln kann man sie Ausgussöffung bei Bedarf verschließen. Das erleichtert es, den Kaffee warmzuhalten. © xlelektro.de

Plunger und Filter: Was ist das?

Der Plunger ist der komplette Stempelmechanismus, den man nach unten drückt. Dazu gehören der Knauf, die Stange und die gesamte Einheit unten – der eigentliche Filter, der das Kaffeemehl zurückhält .

Bei einem typischen French-Press-Stempel ist der „Filter“ kein einzelnes Teil, sondern das Sieb steckt in einem Sandwich-Aufbau. Dessen weitere Teile dichten den Rand ab und halten das feine Siebgewebe stabil. Die Bauteile sind in der Regel folgende:

  1. Trägerplatte: Eine gelochte Metallscheibe, die dem Filterpaket Steifigkeit gibt und beim Pressen den Druck verteilt.
  2. Feinsieb: Diese feine, gewebte Edelstahllage übernimmt die eigentliche Filtration. Manche Stempelkannen nutzen zwei solcher Mesh-Scheiben, um feiner zu filtern.
  3. Randhalter mit Spiralfeder: Dieser umlaufende Klemmring presst die Filterkante an die Glaswand und verhindert, dass das Filtergewebe ausfranst oder sich ablöst.
  4. Kreuzplatte: Sie ist zwar nicht direkt Teil des Siebs, dient aber der Stabilisierung der Stange.

Bei zerlegbaren Pressstempeln ist die Filtereinheit unten über eine Mutter oder ein Gewinde auf die Stange geklemmt. Dann kann man die Teile auseinandernehmen, reinigen und bei Bedarf auch einzelne Elemente ersetzen. Bei anderen Modellen ist das Filterpaket aber eine fest montierte Einheit, die z.B. verschweißt oder verpresst ist. In so einem Fall kann man nur das Bauteil als Ganzes reinigen.

Typischer Aufbau eines Kaffeepressen-Stempels. © xlelektro.de

Filtersystem: Unterschiede für den Kaffeesatz in der Tasse

Auch wenn die Filter vieler Kaffeepressen sehr ähnlich wirken, unterscheiden sie sich doch stark darin, wie viele feine Partikel durchkommen. Hierfür relevant sind vor allem:

  • Anzahl und Feinheit der Siebe.
  • Platz zwischen Filter und Rand.

Ein einfaches Sieb lässt oft mehr feine Partikel durch, sodass am Tassenboden ein feiner Satz landet. Hingegen halten mehrstufige oder doppelte Siebe sowie sogenannte Mikrofilter mehr zurück. Besonders bei sehr fein gemahlenem Kaffee können sie beim Pressen aber auch mehr Widerstand erzeugen. Ebenfalls beim Drücken merkt man recht schnell, ob der Stempel seitliches Spiel hat. Ein straffer Sitz verkantet tendenziell seltener und liegt auch gleichmäßiger am Rand an.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Filter
Nur zwei Kaffeepressen besitzen mehrlagige Feinsiebe, um möglichst wenig Kaffeesatz durchzulassen. © xlelektro.de

Übrigens verwendet man in French-Press-Kaffeebereitern am besten nur grob gemahlenes Kaffeepulver. Denn ein fein gemahlenes Pulver kann leicht den Filter verstopfen.

Reinigung: Zerlegbare Filter erleichtern die Pflege

Jedes Mal, wenn man Kaffee presst, setzen sich Kaffeefette und feiner Satz im Gewebe fest. Daher sollte man die Siebeinheit regelmäßig reinigen. Hierfür eignen sich zerlegbare und spülmaschinenfeste Bauteile besonders gut. Zudem fällt die Pflege leichter, wenn der Stempel oder am besten auch die Kanne spülmaschinengeeignet sind. Damit verbraucht man bei einer ohnehin vollen Spülmaschine auch besonders wenige Ressourcen für die Reinigung.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Reinigung
Modelle mit zerlegbarem Filter und spülmaschinenfesten Teilen sind am besten zu reinigen. © xlelektro.de

Abmessungen und Gewicht für gutes Handling

An den Äußerlichkeiten Größe und Gewicht entscheidet sich, ob man die Kanne gut handhaben kann. So ist die Höhe nicht nur dafür wichtig, ob die French Press unter den Küchenschränken genug Platz hat, sondern auch im Kühlschrank – zumindest wenn man seinen Kaffee gerne auch mal kalt trinken will.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Abmessungen
Bei den Abmessungen liegt naturgemäß die Zwilling mit ihrem geringeren Kannenvolumen vorn. © xlelektro.de

Das Leergewicht der Kaffeepresse wirkt sich wiederum darauf aus, wie angenehm sich eine volle Kanne ausgießen lässt.

Balkengrafik zu Kaffeepressen-Gewicht
Die Modelle aus Edelstahl und mit doppelwandigem Glas wiegen im Vergleich zu den Modellen von Bodum und Kichly deutlich mehr. © xlelektro.de

Was ist eine Kaffeepresse?

Eine Kaffeepresse besteht aus einer zylindrischen Kanne, in der sich ein senkrecht verschiebbarer Siebfilter befindet. Die Stempel trennt das Kaffeemehl vom eigentlichen Heißgetränk, ähnlich dem klassischen Kaffeefilter.

Wie funktioniert eine Stempelkanne?

Die Zubereitung ist ganz leicht:

  1. Kaffeepulver in der Kanne mit kochendem Wasser aufgießen.
  2. Etwas warten, je nach Sorte und Kanne z.B. ewa fünf Minuten.
  3. Den Stempel mit Sieb durch das Getränk nach unten drücken und das restliche Mehl (Kaffeesatz) auf den Boden der Kanne drücken.